A- A A+

Seniorenvertretung

Ticketpreise in Köln: Eine Station fahren soll 4 Euro kosten

Thomas Grothkopp für die Kölner Seniorenvertretung (SVK) · 21.01.2026

Symbolbild. Foto: Thomas Grothkopp

Symbolbild. Foto: Thomas Grothkopp

Wir fordern kostenlosen Nahverkehr für ältere Menschen

Die meisten älteren Menschen sind – früher oder später – auf Bus und Bahn angewiesen. Denn Ärzte, Therapeuten, Geschäfte für den täglichen Bedarf, Post und Bank sind für sie oft nicht mehr zu Fuß erreichbar. Dies gilt insbesondere für die Veedel am Rande Kölns. Mit der künftig vom VRS geplanten Tarifstruktur wird das teuer – denn die günstigere „Kurzstrecke“ soll abgeschafft werden. Dann kommen künftig für eine Hin- und Rückfahrt 8 Euro zusammen. Auch dann, wenn es nur eine Station ist. Das kann niemandem zugemutet werden, Beziehern kleiner Renten schon gar nicht.

Es wird auf die App „eezy.nrw“ als Alternative hingewiesen, die nach Luftlinie abrechnet und damit kostengünstigere Tickets ermöglicht. Sie ist jedoch keine echte Alternative, da laut einer Bitcom-Umfrage 48 Prozent der Menschen über 65 Jahre kein Smartphone nutzen. Wer schlicht kein Smartphone besitzt oder bei wem Motorik oder Sensorik der Hände nicht mehr ausreichen, der Fingerabdruck nicht funktioniert, das Sehvermögen nicht mehr ausreicht, kann somit kein Online-Ticket kaufen. Diese Menschen werden in Form extrem teurer Fahrscheine in hohem Maß diskriminiert.

Das Deutschlandticket kommt ebenfalls nur selten in Frage, denn es ist für Vielfahrer konzipiert. Wer nicht mehr berufstätig ist, zählt hingegen überwiegend zu den „Gelegenheitsfahrern“ und ist gezwungen, Einzeltickets zu lösen. Diese Tarifgestaltung verstößt gegen das Recht auf eine angemessene Teilhabe am öffentlichen Leben. Die Kölner Verkehrsbetriebe (KVB) planen darüber hinaus, die Fahrscheinautomaten abzuschaffen. Nur wer eine Debit- oder Kreditkarte, ein Smartphone oder eine Smart-Watch besitzt, kann künftig Bus und Bahn benutzen.

Welche Lösungen es für Kunden geben wird, die weiter mit Bargeld zahlen, die keine digitalen Bezahlsysteme nutzen wollen oder Wert auf Anonymität legen, ist noch nicht entschieden. Dies wird aber sicher nicht in den Fahrzeugen und nicht an allen Haltestellen möglich sein.

Für Menschen mit Beeinträchtigungen ergeben sich damit neue finanzielle und organisatorische Hürden für die Nutzung von Bus und Bahn. Höchste Zeit, über kostenlosen öffentlichen Nahverkehr für ältere und alte Menschen nachzudenken, wie es ihn in Polen für Rentenbezieher, in Hamburg für Schülerinnen und Schüler sowie in Monheim und Luxemburg für alle Menschen gibt!

Alle Adressen der Seniorenvertretungen in den Bezirken finden Sie hier.

Sehen Sie hier ein Erklärvideo zum Thema: Was macht die Seniorenvertretung?

Dieser Beitrag wird von der Seniorenvertretung der Stadt Köln verantwortet.

Das könnte Sie auch interessieren:

Die App der Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB)
Fahrtüchtigkeit im Alter
Zu Fuß in Köln unterwegs: Auch Schritte machen Verkehr
Sparpreistickets der Deutschen Bahn nun auch am Schalter

Tags: Mobilität , Seniorenvertretung , Teilhabe , VRS

Kategorien: Unser Köln , Seniorenvertretung , Bus und Bahn